Sauber waschen

Beim Waschen gibt es zwei Aspekte, die „sauber“ sein sollten: Einerseits das Waschmittel an sich, das möglichst gut abbaubar sein sollte und dann die verpackungsfreie Anschaffung.

Es gibt Vollwaschmittel, Buntwaschmittel, Flüssigwaschmittel, Spezialwaschmittel, Baukastenwaschmittel, Funktionswaschmittel und allerlei weitere Ergänzungsprodukte zum Waschen.Der Hauptbestandteil klassischer Waschmittel (nach Wikipedia) sind Tenside, Wasserenthärter, Waschalkalien, Enzyme, Kernseifen und Silikone, Bleichmittel, Duftstoffe und Stellmittel (sollen ein Pulver pulvrig halten und dienen der Streckung eines Waschmittels).

Besonders die Tenside sind biologisch unterschiedlich gut abbaubar. Früher beinhalteten Waschmittel auch Phosphate, die heutzutage glücklicherweise nicht mehr vorkommen, denn sie konnten in Kläranlagen nicht aus dem Wasser herausgereinigt werden. Ein weiteres ökologisches Problem beim Waschen besteht darin, dass die Menge an verwendetem Waschmittel pro Waschgang häufig zu groß ist.

Als ich mit dem müllfreien Leben angefangen habe bin ich zunächst auf Waschnüsse umgestiegen. Dabei handelt es sich um die Früchte des Waschnussbaums (auch Seifenbaum genannt). Sie enthalten Saponine, die bei Wasserkontakt schäumen und die Eigenschaften von Detergenzien haben sollen. Allerdings ist das Waschergebnis ernüchternd: Die Wäsche wird schnell grau (das kann man im Sommer durch natürliches Bleichen in der Sonne noch ausgleichen), Fett- und Proteinflecken gehen nicht raus und der Weg dieser in Asien wachsenden Pflanze ist auch weit. Außerdem sollen sie für heimische Fische hier toxisch sein. Also eine Menge Nachteile, so dass ich nach einer Glasfüllung davon abgekommen bin.

 

 

 

 

 

Ich habe lange recherchiert und keine Form des Waschens gefunden, die gänzlich ohne Umweltbelastung auskommt. Auf der Seite des Umweltbundesamts wird dieser Eindruck durch einen Artikel bestätigt. Dennoch kann man einiges tun, um die Belastung möglichst gering zu halten. Ich fasse hier die wichtigsten Aspekte zusammen:

1. Waschmaschine immer voll beladen + überlegen, ob man Kleidung nicht häufiger anziehen kann;

2. Dosierung eher gering halten (die Herstellerangaben sind meistens viel zu hoch angegeben), hängt neben Verschmutzungsgrad auch vom Härtegrad des Wassers ab;

3. Kompaktwaschmittel ist deutlich besser als Flüssigwaschmittel (die belasten Kläranlagen massiv!);

4. Verzicht auf Vorwäsche, Weichspüler und andere Waschergänzungsmittel; ein durchschnittliches Waschmittel ist heute sehr leistungsstark!

5. Beim Einkauf auf die Ergiebigkeit achten, das reduziert die Menge des Waschmittels erheblich;

 

 

 

 

 

 

Ich kaufe ein Vollwaschmittelkonzentrat im Unverpacktladen und verwende bei Bedarf Gallseife für sehr hartnäckige Flecken. Leider gibt es bisher keine optimale Lösung, ich hoffe, dass hier irgendwann noch etwas gefunden wird, so dass man wirklich sauber waschen kann und nicht nur die Wäsche wieder frei von Flecken ist.

Der und die ein oder andere kann sich vielleicht noch an die Sendung „Hobbythek“ mit Jean Pütz in den 80er und 90er Jahren erinnern. Dort wurde das sog. Baukastensysteme für das Waschen vorgestellt, das es bis heute gibt. Das System enthält ganz verschiedene Komponenten (Basis-Waschmittel, Wasserenthärter, Bleichmittel, Fettentferner…), die je nach Verschmutzungsgrad zugesetzt werden mit dem Ziel, dass die jeweiligen Komponenten nur in dem wirklich notwendigen Maße eingesetzt werden. Allerdings haben auch diese keine Null-Bilanz in Sachen Umweltschäden, so dass ich mich für die Einhaltung der Empfehlungen des Umweltbundesamtes entschieden habe.

 

 

 

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