4 Wochen ohne Zucker

Dieses Jahr habe ich lange nach einem Thema für die Fastenzeit gesucht.

Die Fastenzeit endet an Ostern und damit auch meistens das Fastenvorhaben. Letztes Jahr habe ich damit begonnen den Müll in meinem Alltag zu reduzieren und habe das bis heute beibehalten. Ich habe mich gefragt, warum das so gut geklappt hat und das allermeiste aus den vergangenen Jahren nicht. Es geht um Verzicht schlechter Gewohnheiten und das (Wieder-) erlernen neuer Verhaltensweisen, die häufig zu kurz kommen. Und ich glaube, dass es an dem guten Gefühl liegt, das dabei entstanden ist.  Einerseits aus diesem Hintergrund und andererseits inspiriert von verschiedenen Bloggerinnen habe ich mich dieses Jahr für den Verzicht von Zucker entschieden. Dabei ging es um den Verzicht aller Lebensmittel, die Industriezucker enthalten.
Die Kurzzusammenfassung der daraus erfolgten Erkenntnisse lautet:

  1. Außer Obst nicht süßes essen.
  2. Lupe kaufen, um alle Zutaten in den Lebensmitteln lesen zu können.
  3. Man spart viel Geld.

Ich muss zugeben, dass die ersten drei, vier Tage wirklich hart waren. Zeit meines Lebens haben Süßigkeiten eine große Rolle gespielt. Nicht nur in Form von „klassischen“ Süßigkeiten wie Gummibärchen und Schokolade, auch Kuchen, süße Mahlzeiten (Pfannkuchen, Kaiserschmarrn, süße Aufläufe) und viele Kleinigkeiten waren bislang ständig präsent. Dabei habe ich die von der FAO (Welternährungsorganisation) empfohlenen max. 50g/Tag sicherlich meistens überschritten. Die ersten Tage habe ich nur noch solche Bilder gesehen:

 

 

 

 

Am fünften Tag wurde es schlagartig besser. Ich habe viele neue Nahrungsmittel entdeckt. Die beste Entdeckung war ein Rote Beete-Merrettich-Aufstrich. Den mache ich mittlerweile oft statt Butter aufs Brot und belege das noch mit einem Stück Käse.

Auch lecker und deutlich süßer als man denkt: Apfelwaffeln mit Sahne. Die Sahne kann man natürlich weglassen. Ansonsten rührt man einen zuckerfreien Waffelteig an und gibt sehr klein geschnittene Apfelstücke dazu. So kann man auch gut mit nicht-fastenden zusammen essen, denn wer möchte kann sich Puderzucker darüber streuen.

Abends habe ich mir gerne einen Naturjoghurt mit einer reifen zerdrückten Banane gemischt und war damit sehr zufrieden. Alternativ kann man auch Apfelmark und Rosinen in den Joghurt geben. Im Sommer, wenn es deutlich mehr Früchte gibt, kann man da sicherlich noch mehr variieren.

Nach vier Wochen am Laetare-Sonntag habe ich mir ein Marmeladenbrötchen gestrichen. Das hat sehr gut geschmeckt, aber keinen suchtartigen Bedarf nach mehr geweckt. Seither versuche ich sehr gemäßigt mit dem Zuckerkonsum umzugehen. Bisher gelingt mir das ganz gut.

Ich bin mehrfach nach meiner Quintessenz gefragt worden. Es sind sehr viele Lebensmittel weggefallen, weil sie Zucker enthalten. Die meisten ließen sich gut kompensieren. Körperlich habe ich ehrlich gesagt kaum eine Veränderung bemerkt. Bei anderen Autoren hatte ich im Vorhinein gelesen, dass sich der Körper verändern würde, sich beispielsweise das Hautbild bessere. Bei mir ist nichts dergleichen eingetreten. Ich habe auch nicht nennenswert Gewicht reduziert. Da ich mir fast alle Lebensmittel selbst zubereitet habe (inklusive des Knabberzeugs), habe ich deutlich weniger Geld für Kleinigkeiten zwischendurch beim Bäcker o.ä. ausgegeben.
Die wertvollste Erfahrung in den letzten Wochen war die, dass ich mich frei fühle. Frei von dem vermeintlichen Zwang noch Süßes essen zu müssen. Oft sind es wirklich die vielzitierten schlechten Gewohnheiten, an denen man lange festhält und von denen man sich dann doch trennen kann ohne ewig in ein Loch zu fallen. Diese Erkenntnis motiviert mich enorm auf meinem müllfreien Weg im Alltag. Denn natürlich klappt das nicht immer so gut, wie ich mir das wünsche. Es zeigt mir auch, dass jeder freiwillige Verzicht eine Chance bietet. Und natürlich hoffe ich, dass sich diese Idee auch auf größere Bereiche (Autoverzicht u.a.) ausweiten lässt und irgendwann mehrheitsfähig wird.

2 Kommentare

  1. ich hab den zuckerverzicht über die gesamten tage von aschermittwoch bis ostersonntag durch meinen mann kennengerlernt, der irgendwann mal damit anfing. gemeinsam machen wir das jetzt das 8. jahr und es tut jedes mal gut. grad in der vorweihnachtszeit ist es richtig schlimm, überall steht was rum und man muss wirklich stark sein, zu widerstehen. so freu ich mich jedes jahr wieder auf den zuckerverzicht. dieses jahr haben wir uns etwas mehr „gegönnt“, wahrscheinlich, weil ich schwanger bin und es mir wirklich schwer fällt. mehr bedeutet, dass wir auch mal einen pudding oder kuchen gegessen haben. den pudding hab ich dann nicht gesüßt, aber mit hafermilch (ohne zuckerzusatz) gekocht, die ja von natur aus sehr süß ist. kuchen habe ich mit bananen oder apfelmark gebacken – waffeln hatten wir auch, ebenfalls mit bananen gesüßt. es ist alles gewohnheitssache, aber man hat eben danach ein reineres gewissen und nicht diese lust, eine halbe stunde später wieder zu was süßem zu greifen. man fühlt sich einfach besser, ohne diese sucht nach zucker, die ja unweigerlich vorhanden ist.

    ich drück die die daumen, das weiter so zu handhaben. ich gönn mir ostersonntag erstmal ein fettes stück zupfkuchen von meiner mama. 😉

    • Ich freue mich am Ostersonntag auf den Käsekuchen meiner Mutter 🙂

      Euch wünsche ich alles Gute!

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