Hambacher Forst – Wenn wir gemeinsam aufstehen

Gestern fand die größte Demonstration zum Erhalt des Hambachers Forsts in Nordrhein-Westfalen statt. Es war gleichzeitig die bislang größte Demo gegen Kohle und für einen radikalen Wandel in der Umwelt- und Klimapolitik. Ich war dabei. Die letzten Monate habe ich hier nichts mehr geschrieben. Ich hatte wenig Zeit und die Motivation in Sachen müllfrei hatte einen Tiefpunkt erreicht. Daran habe ich gemerkt, dass mich der müllfreie Alltag noch immer Energie kostet und wenn diese an anderer Stelle gebündelt wird lässt die Disziplin dabei nach. Das zeigt mir, dass das müllfreie Leben leider noch keine Selbstverständlichkeit bei mir ist. Doch seit gestern sind sie wieder da: Kraft und Motivation!

Um 8 Uhr waren wir bereits mit 140 Leuten auf drei Busse verteilt auf dem Weg Richtung Buir. Dort wollten wir für den Erhalt der Reste des Hambacher Forsts und einen Wandel in der Klimapolitik demonstrieren. Als wir dort ankamen schien die Sonne, es war warm und wir mussten noch ein ganzes Stück zu Fuß zurücklegen bevor wir am Hauptort des Geschehens ankamen. Es war schon viel los als ich gegen 12 Uhr das Feld betrat, aber in den folgenden Stunden sollten es noch unglaublich viel mehr Leute werden. Am Ende waren wir 50.000 Leute. 50.000! Das muss man sich vorstellen! Wir hatten alle ein gemeinsame Ziel.

Zwischen den Reden wurde Musik gespielt, man hat sehr viele kreative Plakate gesehen und, was mir ganz besonders aufgefallen ist: Es lag praktisch kein Müll herum! Mir ist es auch jetzt noch unbegreiflich, dass derart viele Menschen auf einem Fleck zusammen sein können ohne, dass alles zugemüllt wird.  Es geht, wirklich! Alle hatten ihr Essen dabei. Die meisten in Dosen und wiederverwendbaren Beuteln. Das ist mir automatisch aufgefallen. Ich habe mehrfach beobachtet, dass wenn einem unbemerkt etwas heruntergefallen ist (Aufkleber, Taschentuch etc.) hat es der nächste aufgehoben und eingesteckt. Das hat mich schwer beeindruckt und mir das Gefühl gegeben, dass es doch etwas bringt, sich im Alltag Mühe zu geben und seinen Beitrag zu einer saubereren Umwelt beizutragen.

 

Kein Müll, nirgends

 

Gerettet ist der Wald leider noch nicht und ich denke, dass nicht alle gefährdeten Naturgebiete auf unserem Aufmerksamkeitsradar sind. Doch die Größe der Demonstration hat gezeigt, dass es endlich zunehmend in den Köpfen angekommen ist, dass wir um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen – unsere Erde – kämpfen müssen. Wir müssen gegen die Betonköpfe in Wirtschaft und Politik kämpfen, die den Ernst der Lage nicht erkennen wollen! Mit lauter Stimme müssen wir jetzt für uns und die nächsten Generationen diesen Planeten retten. Gestern wurde dafür ein starkes Zeichen gesetzt.

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